September 2011

Wir fahren mit dem Mietauto einmal quer durch Panama von Ost nach West, von Colon nach Bocas del Toro, dort wartet unser Paket auf uns. Vor uns liegt eine Strecke von ca. 570 km und wir verlaengern diese Meilen freiwillig, indem wir immer wieder abweichen von der Hauptstrecke.

Die Piste, die wir befahren, ist die beruehmte Panamericana. Sie fuehrt von Feuerland nach Alaska und wir malen uns aus, wie das waere, wenn wir tatsaechlich die komplette Strecke fahren wuerden. Es bleibt erst einmal beim Wunschdenken und Traeumen. Die Realitaet fuehrt uns streckenweise ueber kraterartige Asphaltdecken, die zur Konzentration und Aufmerksamkeit mahnen. Faehrt der Vordermann Schlangenlinien, hat er nicht zu tief ins Glas geschaut sondern umfaehrt reifenschonend mal wieder eines der tiefen Loecher.

Von der Hauptstadt aus in die anderen Landesteile fuehrt nur diese eine Strasse und so teilen wir diese recht schmale kurvenreiche Piste mit vielen LKW’s, die ihre Fracht in die weit verstreuten Doerfer bringen und mit Nutzfahrzeugen zum Transport von Rindern und landwirtschaftlichen Produkten.
Laengs der Strecke bieten Einheimische von kleinen Unterstelldaechern aus Obst und Trinkkokosnuesse an. Immer noch entdecken wir neue Sorten von Vitaminfutter, die wir noch nicht kannten. Probierfreudig sind wir ja:

Regelmaessig sorgen Baustellen fuer Stau, weil zwischen den vielen grossen Loechern kaum noch Asphalt geblieben ist und wieder ein Teil der Strecke ausgebessert wird.
Der allgemeine Fahrstil in Panama ist nicht agressiv und so reisen wir recht entspannt. Anfangs wundern wir uns noch, dass ausserhab von Panama-City wenige private PKW’s zum Strassenbild gehoeren. Trotz des Panama-Canals, durch den taeglich einige Mill. Dollar ins Land fliessen, ist Panama selbst ein armes Land. Das Geld bleibt in der Landeshauptstadt kleben.

Der normal verdienende Mittelstand kann sich kaum ein eigenes Auto leisten und Benzin ist im Verhaeltnis zum Einkommen sehr teuer. Man faehrt mit regionalen Huehnerbussen oder Sammeltaxen zur Arbeit oder einkaufen. Innerhalb der Ortschaften ist es ueblich, sich mit einem Taxi fortzubewegen fuer 1 bis 2 Dollar pro Fahrt. Es gibt sehr viele und wie wir es laengst kennen, ist vorheriges Verhandeln um den Preis unbedingt angesagt.

Touristen tragen volle Geldsaecke mit sich, wissen manche Taxifahrer aus den Kinofilmen. Da kann es doch egal sein, dass eine 1-Dollar-Fahrt auch mal 10 Dollar kosten kann? Wenn sie so schamlos uebertreiben, dass wir laut lachen muessen, lachen sie aber mit und fragen, was wir denn freiwillig bezahlen wollen und akzeptieren jedes Angebot. No Problema!
Feilschen lernt der Segler schnell, sonst ist das Budget schnell verbraucht.

Die Provinz Veraguas haben wir bis abends fast durchquert, in Penonome suchen wir uns ein Zimmer fuer die Nacht, als es dunkel wird. Gemeinsam haben fast alle Orte, dass sie laengs der Hauptstrasse angesiedelt sind mit ein paar Laeden fuer den taeglichen Bedarf, Cantinas und Bushaltestellen. Einige Nebenstrassen fuehren zu mehr oder weniger kleinen Wohnsiedlungen. „Stadtbummel“oder etwas angucken zu Fuss, nee – ausser kleinen Wohnhuetten ist gar nix vorhanden und es ist wenig verlockend, dort im Dunkeln spazieren zu gehen.
Aus touristischer Sicht hat das Inland meist nicht viel zu bieten. So laden nicht die ueblichen Sehenswuerdigkeiten wie eine Kirche, ein Park oder eine Geschaeftsmall zum Verweilen ein. Uns gefaellt das, selten haben wir Gelegenheit, ein Land in seiner natuerlichen Lebensart zu erfassen, ohne ein vorher ausgesuchtes High-Light im Visier zu haben.

Die Provinz Veraguas lebt in jahrhundertelanger Tradition von der Landwirtschaft und dies hat dieser Landschaft den Stempel aufgedrueckt. Felder, saftige Wiesen lassen die Rinderherden knabbern an ihrem Gruen und sorgen somit fuer leckere Steaks. Die hiesigen Cantinas bieten alle Variationen bereits zum Fruehstueck an. Zahlreiche Landarbeiter mit Macheten lassen vermuten, dass in diesem Teil des Landes mehr Arbeitsplaetze fuer ein Auskommen sorgen als in den duennbesiedelten Bergregionen, die wir am naechsten Tag erreichen.
Durch die feuchte Hitze in der Kuestenregion zaehlt auch der Anbau von Bananen und Zuckerrohr zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren und schafft viele Arbeitsplaetze auf den Plantagen und in den Rumfabriken.

Die Provinz Chiriqui, regenreich in den Hochlagen eignet sich besonders gut fuer den Anbau und Kaffee, Zitrusfruechten, Erdbeeren und Kartoffeln. Die Landschaft, die wir sehen, ist traumhaft schoen und wechselt staendig zwischen Feucht- und Nebelwaeldern, tiefgruenen Berghaengen und zerkluefteten Taelern und Stromschnellen und Wasserfaellen.
Der Regenwald ist gar nicht leicht zu baendigen, taeglich wandern die Caminos mit ihren Macheten ihre jeweilige Strecke der Panamericana entlang und schlagen Aeste und Straeucher ab, damit die Breite der Strasse einigermassen erhalten bleibt. Der Wald holt sich gern sein Land zurueck und alles waechst explosionsartig immer weiter. Die Machete gehoert hier zur Standardausruestung jedes Fussgaengers wie in Deutschland das Schweizer Taschenmesser zum Pfadfinder. Wir bekommen den Eindruck, dass die meisten Wege abseits der Strasse nur mittels Freischlagen begehbar sind. Nicht selten treffen wir auf Landarbeiter, die unterwegs auf der Strasse ihr „Gefaehrt“ mit 1 PS mit guten Worten antreiben. Die Pferde sind die Panamercana gewohnt, sie scheuen gar nicht und traben munter voran.

Aber auch aus Sicherheitsgruenden muessen die Menschen dort den Bewuchs im Auge halten. Gewitter sind an der Tagesordnung, entwurzelte Baueme auch. Meist haben wir Glueck und das Gewitter lag vor uns bereits abgeschwaecht, dicke Staemme auf der Strasse sind der Beweis. Mangels anderer Wege wird schnell dafuer gesorgt, dass die Durchfahrt wieder moeglich ist. Manchmal erwischt es uns aber auch und wir suchen uns eine Lichtung, in der wir abwarten, bis der Regen nachlaesst. Die Chance, dass ein Baum auf unser Auto faellt, ist gross. Die vielen Unwetter in den Bergen spuelen den Boden um die Wurzeln weg und wir moechten nicht den Moment erwischen, in dem sie aufgeben und der Baum bricht. Unheimlich sind sie, die grellen Blitze und die laut krachenden Donner. Da hilft es auch nicht der Gedanke, dass wir im Auto sicher sind und nur abwarten muessen, bis es vorbei ist.

Wie ueberall in Sued- und Lateinamerika verteilen sich Reichtum und Grundbesitz auf wenige alteingesessene Clans, die es durch Heirat untereinander ueber Generationen schaffen, das Vermoegen zu hueten und zu vermehren. In diesem Landesteil liegt der Grossgrundbesitz besonders auffaellig in den Haenden von nur wenigen Familien. So zeigt sich bereits optisch der riesige Unterschied zwischen der reichen Gesellschaft und dem „Normalbuerger".

Die Haziendas der Grossgrundbesitzer liegen weit im Inneren der Waelder durch hohe Mauern und Baume verdeckt und gut bewacht. Wir koennen manchmal von einem Aussichtspunkt hinunterschauen auf die Besitztuemer, aus der Naehe betrachten ist nicht moeglich.

Welch ein Kontrast zu den notduerftig gegen Wind und Wetter zusammengezimmerten Holz- und Strohhuetten, die oft auf Stelzen gebaut sind. Darin leben die die Guaymi, die letzten Nachfahren der indianischen Voelker in Panama. Durch den Landhunger der Grossgrundbesitzer werden sie immer hoeher in die Berge vertrieben und an den Rand der Gesellschaft. Sie verdingen sich fuer einen Hungerlohn auf den Haziendas, ohne je die Aussicht auf ein eigenes Stueckchen Land zu haben, auf dem sie fuer sich selbst etwas auf- oder anbauen koennten.

Die allgemeine Armut unter der Bevoelkerung bedarf laengst einer Landreform, um Veraenderungen in der Verteilung von Land herbei zu fuehren. Aber der Widerstand der einflussreichen Elite, die in den entsprechenden Gremien ein Mitspracherecht hat, ist eisern. Die Guaymis haben keine Lobby. Wie naiv wir doch sind in unseren Vorstellungen, dass die so ueberreich fruchtbare Region dort alle Menschen gut ernaehren koennte.

Trotz dieser Gedanken nehmen wir diese verschwenderische Pracht um uns herum mit allen Sinnen auf. Tropische Baeume sind meist mit Schmarotzerpflanzen bewachsen. Efeu umschlingt die Staemme und Aeste oder verschiedene andere Ranken. Erstaunt sind wir ueber die vielen Orchideenarten, die ebenfalls Gaeste in den Baeumen sind.

Waehrend der langen Fahrt sehen wir viele fremde bunte Voegel, mehrmals einen wirklich knallroten Gesellen. Machen wir Pause und lauschen, hoeren wir ein Spektakel an Toenen der gefiederten Gesellen. Blaue und grellgelbe Schmetterlinge flattern um uns herum. Natur pur und das direkt an der Strasse. Ein gutes Zeichen, dass die Zivilisation hier noch nicht dominiert.

Panama hat den groessten zusammenhaengenden Regenwald auf der Welt. Es gibt zahlreiche Umweltprojekte und Naturschutzgebiete, um ihn zu erhalten und auf die Wichtigkeit hinzuweisen. Spaetestens wenn man wie wir diese Pracht deutlich vor Augen hat, bekommt man eine Ahnung davon, was die immer haeufigere Abholzung vieler Urwaelder fuer die Umwelt bedeutet.

Fuer eine weitere Uebernachtung suchen wir das Bergdorf Boquete auf. Umgeben von Kaffeeplantagen liegt es auf 1000 Hoehe sehr malerisch in der Landschaft. Dieses Dorf wurde 1911 von Einwanderern aus Nordamerika, Deutschland, dem Balkan, Schweden und Spanien gegruendet. Daher trifft man hier auch heute noch auf die Nachfahren all dieser Laender. Ein bunter Regenbogen von Nationalitaeten baut in diesem fruehlingshaften Klima der Region Kaffee, Zitronen, Gemuese und Zierpflanzen an. Es gibt fast 200 verschiedene Orchideenarten und im landesueblichen Sprachgebrauch spricht man von Boquete als das „Land der Blumen und des Kaffees“. Wir finden eine gemuetliche Pension und staunen nicht schlecht, als der Vermieter oben aus seinem Ausguck uns bereits als Deutsche eingeordnet hat und fragt: „Seid Ihr etwa us Koelle?“ In dieser Stadt wohnte er ein paar Jahre und hat Koeln in bester Erinnerung. Ja, ja, die Welt ist klein und schneller kann man gar nicht ins Gespraech kommen.

Der letzte Teil unserer Strecke ist die Provinz Bocas del Toro, wir lassen die Hoehen hinter uns und die nahe Kuestenregion bildet wieder einen starken Kontrast zu der Bergkulisse. Es ist die Gegend der Bananen und wir tauchen wieder ein in karibisches Flair. Die Einheimischen sind hauptsaechlich Afro-Antillianos, also Afro-Amerikaner von den Antillen.
In Bocas kennen wir uns aus. Dort kamen wir an im Juni, nachdem uns die Mosquitos in Guatemala fressen wollten und wir Reissaus genommen haben. Aber das steht bereits in einem der Berichte und so belassen wir es dabei.

Das Paket mit neuen Filtern, Plotter usw. liegt friedlich im Regal der Poststelle und nach dem Abholen koennen wir eigentlich die Rueckfahrt antreten. Aber wenn wir schon mal hier sind, wollen wir noch die noerdlichste Stadt Panamas sehen, Changuinola. Von hier aus gelangt man rasch ueber die Grenze nach Costa Rica. Hierher verirren sich manche Touristen fuer einen Abstecher, bevor sie weiterreisen in das Nachbarland. Oder in Costa Rica buchen Urlauber ein paar Tage Panama. Diese landen dann fast immer in Bocas, als Backpackerparadies sehr beliebt.

In Changuinola sehen wir die groesste Bananenplantage unserer bisherigen Reise:

Wir freuen uns doch tatsaechlich auf die Rueckreise genauso wie auf die Hinreise. Den Film noch mal zurueckspulen und weitere Blicke auf die beeindruckenden Landschaften und kleinen Doerfer mit ihren exotischen Menschen zu werfen schreckt uns nicht.

Abschluss unser Reise durchs Festland ist Panama-City, die Hauptstadt des Landes. Sie ist so grossraeumig und vielfaeltig, dass wir uns 3 Tage dafuer nehmen. Gar nicht so easy fuer uns Segler, die doch die letzten Monate die Stille und Beschaulichkeit der Meere, der ruhigen Ankerplaetze und die Einfachheit der St. Blas Inseln gewohnt sind. Stuerzen wir uns ins Getuemmel.

Diese Stadt unterscheidet sich so krass vom Rest des Landes, wie wir es noch nicht erlebt haben. Seit der Kolonialzeit wurde durch die politische und kommerzielle Zentralisierung ein Konkurrenzkampf mit weiteren Staedten unterbunden, so dass sich keine andere so entfalten konnte wie P-City. Das hat sich bis heute nicht veraendert und solange die Zukunft des Panama-Kanals gesichert ist, wird es so bleiben. Der saftige Dollarregen, der bestaendig reinfliesst in die Stadtkasse, wird auch hauptsaechlich hier verwendet.

Ueber den Kanal ist schon so viel geschrieben worden ......
wer gern mehr wissen moechte, bei Wikipedia lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Panamakanal

Der Abwicklungsort fuer die Vorbereitungen zur Kanaldurchfahrt und das Durchschleusen von der Karibik in den Pazifik ist Colon und wer einmal durch diese voellig heruntergekommenen schmutzigen Gassen in aller Eile die Formalitaeten und den Einkauf vor der Ueberfahrt getaetigt hat, kann nicht verstehen, dass nicht ein wenig von dem Batzen Geld investiert wird in diese Stadt. Polizisten sind machtlos angesichts der Kriminalitaet, die in diesem riesigen Armenviertel vorherrscht und sie beschraenken sich darauf, jeden nur sichtbaren Touristen sofort in ein Taxi zu schieben und zu warnen, keinen Schritt zu Fuss zu gehen. Bewaffnete Ueberfaelle auch am helllichten Tag sind an der Tagesordnung. Segler, die durch den Kanal schippern wollen, muessen eine betraechtliche Summe in bar einzahlen bei der Bank vor der Schiffspassage. Man kann sich die Erleichterung gut vorstellen, wenn das reibungslos vollbracht ist.

Colon besiedelte sich einst nach Fertigstellung des Kanals durch die vielen Afro-Antillianos. Als Bauarbeiter wurden sie fuer die Eisenbahnstrecke ins Land geholt und spaeter fuer den Bau des Kanals verdingt. Nach dessen Fertigstellung gab es fuer die Menge der Leute keine Arbeit mehr und auch keine Unterstuetzung oder Hilfe durch den Staat. So ist es bis heute geblieben Die kaum bewohnbaren Holzhaeuser kaempfen mit salzhaltiger Meeresluft und Feuchtigkeit und mit Blechteilen und alten Brettern wird versucht, die Haeuser vor dem Verfall zu retten. Das gelingt nur eine Zeit lang, viele Menschen haben den Kampf aufgegeben und nur noch Lappen, Kartons und alte Decken verhindern, dass neugierige Blicke in ihre Privatsphaere eindringen.

Zurueck zu Panama-City, in dieser Stadt lebt etwa die Haelfte der Geamtbevoelkerung Panamas, was natuerlich zu Ueberbevoelkerung fuehrt. Konsequenz ist, dass bittere Armut und Kriminalitaet und Wohlstand und Reichtum dicht beieinander leben. Wir koennen den jeweiligen Stadtteilen ansehen, welche Bewohner hier zu Hause sind.

Das Flair dieser Grossstadt ist laut, bunt an Menschen und heiter und gesellig, das haben wirklich alle Stadtteile gemeinsam. Die Strassen mit den Laeden der weniger begueterten Menschen und die wuseligen Obst- und Gemuese- und Krimskramsmaerkte sind ebenso ein Anziehungspunkt wie die edlen Shoppingmalls im Zentrum und ausserhalb auf der gruenen Wiese.

Wir sind in den Tropen und da sind die Energiereserven fuer touristische Unternehmungen zeitlich doch eingeschraenkt. Beim ersten Sonnenstrahl beginnen mit den ersten Bussen auch die ersten Abgas- und Staubwolken die Luft zu verpesten. Bus an Bus schiebt sich laut hupend durch die City, bringt die ersten Arbeitnehmer zu ihren Zielen und bald kommen die Schulbusse hinzu. Verkehrschaos pur, wir lassen das Auto auf dem Hotelparkplatz und nehmen fuer laengere Strecken ein Taxi. Das schont die Nerven. Ab Mittag fuehlst du dich wie in einem Backofen. Dankbar fuer jeden Baum, der Schatten spendet, spazieren wir umher und machen viel mehr Trinkpausen in Cafes als sonst.

So laut und geschaeftig es tagsueber ist, ab 22 Uhr sind die Strassen wie leergefegt. Ab und an bringt ein letzter qualmender Bus ein paar letzte Fahrgaeste nach Hause. Von da ab gehoert die Stadt den Security-Gards, die die vielen teuren und edlen Geschaefte oder die noblen Wohnhaeuser bewachen.

Der historische Stadtkern, El Casco Viejo, ist lange Zeit vernachlaessigt worden und war der aermeren Bevoelkerungsschicht ueberlassen. Nach und nach wurde die Schoenheit der spanischen und franzoesischen Architektur an den Gebaeuden wieder entdeckt und in ein groesseres Wiederaufbauprogramm einbezogen. Wir koennen schon einige renovierte prachtvolle Gebaeude bewundern und gleichzeitig sehen, was noch im Aufbau ist. Alt und neu im Wechsel und so auch die Bewohner. Die einstigen Bewohner der Altstadt schauen mit Sorge und Traurigkeit drein, denn nach der Renovierung ist es kein bezahlbarer Ort mehr fuer sie.

Wenn die Sonne untergehen will, zieht es die Menschen an einen der Plaetze am Meer, von den Promenaden haben wir einen spektakulaeren Panoramablick auf die Bahia de Panama und das Haeusermeer der Stadt. Kunas und panamanesische Kuenstler teilen sich die kleinen Marktstaende mit Molas, Perlenschnueren und Ketten und Panamahueten. Andenken aus Panama, hier wird jeder Tourist fuendig und Musikanten spulen ihr Programm ab auf handgefertigten Musikinstrumenten und singen voller Inbrunst von Liebe, Trauer und Tod.

Hier in der Altstadt sind der Laerm und die Menschenmenge weit weg und wir sind doch froh darueber, dass wir uns ins Getuemmel dieser Grossstadt gemischt haben. Museen gibt es reichlich und interessante. So viele, dass wir gar keine besuchen und dies auf ein anderes Mal verschieben. Wir bleiben ja bis Ende der Sturmsaison in Panama und kommen auf jeden Fall wieder in diese abwechlungsreiche Weltstadt.

Wider besseren Wissens steht einer der vielen Nationalparks an, der Soberania im Gamboa Resort. Mit einem Sessellift hoch ueber den Baeumen um Baum und Tier zu beobachten scheint uns verlockend. Vom Stadtkern aus fahren wir 1 Stunde nach Gamboa und haben Glueck. Vorausbuchen ist gefragt, dennoch ist noch eine Gondel fuer uns frei und 2 Stunden mit Aussteigen an einem Aussichtpunkt liegen vor uns. Aus dieser Hoehe den Dschungel zu betrachten hat was, aber das mit den Tieren ...... das wissen wir doch seit den Everglades in Florida ........ „ab in die Hoehlen und Baumstuempfe, die Menschen kommen. Wieder kein ruhiger Sonntag fuer uns“ rufen sich alle tierischen Anwohner rechtzeitig zu. Klar doch, wuerden wir auch so sehen angesichts der anrueckenden Meute und lauschen den Erklaerungen und Ausfuehrungen des Touri-Guides. Immerhin schaffen die Ameisen es nicht rechtzeitig zu verschwinden, ein paar bunte Voegel machen uns auch die Freude und zeigen sich. Aber die versprochenen Affen, Jaguare und Nasenbaeren kichern im Verborgenen vor sich hin.

Neuer Tag, neues Ziel: die Mirafloresschleusen. 20 km ausserhalb von Panama-City kann der Tourist von einer grossen Aussichtsplattform aus die Schleusenvorgaenge beobachten und staunen ueber die exakte Abwicklung der Durchfahrt riesiger Frachter. Segler sehen wir am Mittag nicht, schade – das haette uns natuerlich besonders interessiert. Sportboote auf der Route vom Pazifik in die Karibik passieren den Kanal morgens. Abends geht es in die umgekehrte Richtung. Hier am Gebaeude der Leitstelle sind auch die Webcams montiert, die es Familie und Freunden von Schiffen ermoeglichen die jeweilige Durchfahrt weltweit per Internet zu verfolgen. Whow.

Es wird Zeit, das Mietauto wieder abzugeben, unser Boot wartet in der Shelter Bay Marina auf uns. Einen Tag brauchen wir noch, um Futter zu bunkern und vor allem Trinkwasser. Wir wollen wieder zu den Kunas auf die St. Blas Inseln, es gibt noch viele kleine Doerfer, die wir noch nicht gesehen haben. Diesmal gen Osten kolumbianische Grenze und langsam zurueck zu den bereits bekannten Schmuckstuecken. Das wird ein guter Ausgleich zur Reise durchs Land, die hinter uns liegt.

Ja, Panama bietet tatsaechlich ein Kontrastprogramm, dass die Wochen und Monate nur so verfliegen ohne dass wir denken, hoffentlich koennen wir bald weiterziehen. Nichts draengt uns, so sauwohl fuehlen wir uns hier.